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Pflegegrad beantragen in Frankfurt – Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026

24.01.2026

Pflegegrad beantragen in Frankfurt – Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026

Pflegegrad beantragen in Frankfurt – Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026

Viele Familien in Frankfurt, Darmstadt und im Rhein-Main-Gebiet warten zu lange mit dem Antrag auf einen Pflegegrad – oft aus Unsicherheit oder in der Hoffnung, dass sich die Situation von selbst bessert. Dabei gilt: Einen Pflegegrad zu früh zu beantragen ist kein Fehler. Wichtig ist vor allem der Zeitpunkt, denn Leistungen gelten in der Regel ab dem Datum der Antragstellung. Wer zu spät handelt, verliert unter Umständen Geld und wertvolle Unterstützung.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Antrag?

Typische Anzeichen, dass es Zeit für einen Pflegegrad-Antrag ist:

  • Stürze häufen sich oder die Angst vor dem Fallen wächst.
  • Medikamente werden vergessen oder verwechselt.
  • Einkaufen, Kochen oder die Wohnung in Ordnung zu halten gelingt nicht mehr allein.
  • Orientierung und Gedächtnis lassen nach.
  • Sie oder andere Angehörige übernehmen bereits regelmäßig Pflegeaufgaben.

Erkennen Sie sich in einigen dieser Punkte wieder? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Pflegegrad zu beantragen. Unterstützung im Alltag erhalten Sie zum Beispiel über unsere Demenzbetreuung zu Hause in Frankfurt oder über die Pflege nach einem Krankenhausaufenthalt.

Schritt 1: Antrag stellen – einfacher als gedacht

Den Pflegegrad beantragen Sie bei der zuständigen Pflegekasse. Das ist in der Regel die Kasse, bei der Sie auch krankenversichert sind.

So geht es:

  • Rufen Sie die Pflegekasse an oder schreiben Sie eine formlose E-Mail und bitten Sie um Leistungen der Pflegeversicherung.
  • Ein mündlicher Antrag reicht zunächst aus. Die Pflegekasse sendet Ihnen anschließend die schriftlichen Unterlagen zu.
  • Wichtig: Notieren Sie das Datum des ersten Kontakts mit der Pflegekasse. Ab diesem Datum gelten die Leistungen, auch wenn der Bescheid erst später kommt.

Wenn Sie unsicher sind, helfen wir Ihnen in Frankfurt und Umgebung bei der Formulierung des Antrags und bei der Kommunikation mit der Pflegekasse.

Schritt 2: Pflegetagebuch führen

Zwischen Antragstellung und Begutachtung durch den Medizinischen Dienst haben Sie häufig zwei bis vier Wochen Zeit. Nutzen Sie diese Phase, um ein Pflegetagebuch zu führen.

Was hineingehört:

  • Welche Aufgaben kann die betroffene Person nicht mehr allein erledigen?
  • Wie lange dauert die Unterstützung pro Tag ungefähr?
  • An welchen Tagen ist der Bedarf besonders hoch, zum Beispiel beim Waschen, Anziehen oder bei nächtlicher Unruhe?

Tipp: Halten Sie den typischen schlechten Tag fest – nicht den besten Tag der Woche. Nur so wird der tatsächliche Hilfebedarf sichtbar.

Schritt 3: Begutachtung vorbereiten

Der Medizinische Dienst oder ein anderer Gutachterdienst kommt in der Regel zu Ihnen nach Hause in Frankfurt oder Umgebung. Der Termin dauert meist zwischen 45 und 90 Minuten.

So bereiten Sie sich vor:

  • Alle Medikamente bereitlegen, am besten als Medikamentenplan oder in den Originalpackungen.
  • Arztbriefe, Befunde und Diagnosen griffbereit halten.
  • Das Pflegetagebuch bereitlegen und ruhig erklären.
  • Angehörige oder ein Mitarbeitender des Pflegedienstes können am Termin teilnehmen.
  • Schildern Sie den Alltag so, wie er an einem schlechten Tag ist, und nicht beschönigt.

Wenn bereits ein ambulanter Pflegedienst wie Pflegedienst City eingebunden ist, kann es sinnvoll sein, dass wir Sie beim Termin unterstützen.

Schritt 4: Die 6 Begutachtungsbereiche

Die Gutachter bewerten die Selbstständigkeit anhand der Bereiche des Neuen Begutachtungsassessments. Entscheidend ist, wie gut der Alltag noch eigenständig bewältigt werden kann.

  • Mobilität mit einer Gewichtung von 10 %.
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen. In die Berechnung fließt der höhere der beiden Werte mit insgesamt 15 % ein.
  • Selbstversorgung mit einer Gewichtung von 40 %.
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen mit 20 %.
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte mit 15 %.

Aus den Bewertungen ergibt sich eine Gesamtpunktzahl. Ab 12,5 bis unter 27 Punkten wird Pflegegrad 1 vergeben, ab 27 bis unter 47,5 Punkten Pflegegrad 2, ab 47,5 bis unter 70 Punkten Pflegegrad 3, ab 70 bis unter 90 Punkten Pflegegrad 4 und ab 90 Punkten Pflegegrad 5.

Diese Einteilung gilt bundesweit und bildet die Grundlage für die weitere Versorgung.

Schritt 5: Bescheid erhalten und Leistungen nutzen

Nach der Begutachtung erhalten Sie in der Regel innerhalb von rund 25 Arbeitstagen den schriftlichen Bescheid per Post. Danach können Sie die bewilligten Leistungen aktiv nutzen und zum Beispiel einen ambulanten Pflegedienst wie Pflegedienst City in Frankfurt beauftragen.

Leistungsübersicht 2026

Je nach anerkanntem Pflegegrad stehen unterschiedliche Leistungen zur Verfügung:

  • Pflegegrad 1: 131 Euro Entlastungsbetrag pro Monat.
  • Pflegegrad 2: 347 Euro Pflegegeld, 796 Euro Pflegesachleistungen und 131 Euro Entlastungsbetrag pro Monat.
  • Pflegegrad 3: 599 Euro Pflegegeld, 1.497 Euro Pflegesachleistungen und 131 Euro Entlastungsbetrag pro Monat.
  • Pflegegrad 4: 800 Euro Pflegegeld, 1.859 Euro Pflegesachleistungen und 131 Euro Entlastungsbetrag pro Monat.
  • Pflegegrad 5: 990 Euro Pflegegeld, 2.299 Euro Pflegesachleistungen und 131 Euro Entlastungsbetrag pro Monat.

Zusätzlich gilt ab Pflegegrad 2 ein gemeinsamer Jahresbetrag für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege von bis zu 3.539 Euro pro Jahr.

Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen sind bis zu 4.180 Euro je Maßnahme möglich.

Je nach Situation können Eigenanteile und private Mehrleistungen anfallen. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Leistungen optimal nutzen und mit unseren Pflege- und Betreuungsangeboten kombinieren können.

Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Wird der Antrag abgelehnt oder erscheint der Pflegegrad zu niedrig, können Sie innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids schriftlich Widerspruch einlegen.

Eine gute Vorbereitung ist dabei wichtig:

  • Pflegetagebuch und Unterlagen noch einmal prüfen und ergänzen.
  • Konkrete Beispiele für Hilfebedarf sammeln.
  • Arztberichte oder Stellungnahmen anfordern.

Pflegedienst City in Frankfurt unterstützt Sie auf Wunsch bei der Einschätzung des Pflegebedarfs und bei der Argumentation im Widerspruchsverfahren.

Wie wir Sie in Frankfurt unterstützen

Wir beraten Sie gern während des gesamten Prozesses:

  • Beratung zum richtigen Zeitpunkt für den Antrag auf einen Pflegegrad.
  • Hilfestellung beim Ausfüllen von Unterlagen und beim Führen des Pflegetagebuchs.
  • Vorbereitung auf die Begutachtung und Teilnahme am Termin nach Absprache.
  • Unterstützung bei Widersprüchen gegen einen ablehnenden oder zu niedrigen Bescheid.
  • Direkte Übernahme der Pflege nach Bewilligung, zum Beispiel Grundpflege, Behandlungspflege oder Medikamentenversorgung mit Verblisterung.

Ihr nächster Schritt

Sie planen, einen Pflegegrad zu beantragen oder sind mit dem aktuellen Pflegegrad unzufrieden? Damit sind Sie nicht allein. Pflegedienst City steht Ihnen als erfahrener Partner zur Seite – von der ersten Beratung bis zur laufenden Versorgung zu Hause.

Sie möchten mehr erfahren oder ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren? Dann kontaktieren Sie uns telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Website. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Sie die Unterstützung erhalten, die Ihnen zusteht.

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